Einen durchaus faden Beigeschmack hinterlässt eine Spendenkampagne derzeit bei den Fans des kürzlich verstorbenen Schauspielers Ralf Richter. Er starb im Alter von 69 Jahren und ist vielen sehr gut bekannt durch seine Rollen in Kultfilmen wie „Bang Boom Bang“ oder „Was nicht passt wird passend gemacht“. Für seine Beerdigung wurde eine Spendenkampagne gestartet um eine würdevolle Beerdigung organisieren zu können. Die Kampagne wurde auf der Webseite GoFundMe gestartet und es kam innerhalb weniger Stunden eine Summe von 10.000 € zusammen.
Allerdings wirft dieser Spendenaufruf für Ralf Richters Beerdigung meiner Meinung nach zu Recht die Frage auf, ob so eine Aktion nötig sein sollte um die Beerdigung eines bekannten Schauspielers zu finanzieren. Immerhin sollte man davon ausgehen können, dass das Einkommen und Vermögen eines Schauspielers gereicht haben sollte, um für diesen Fall ausreichend vorzusorgen. Selbst wenn dies aber nicht der Fall ist, so schreiben einige User ebenfalls, dass auch andere Familien diese Kosten zu tragen haben und selber Geld auftreiben müssen. Von erwerbstätigen Kindern und Geschwistern sollte man erwarten können, dass diese die Kosten bei Mangel eines Vermögens selber tragen können wie jeder andere auch.
Ich persönlich wäre nicht auf die Idee gekommen nach Spenden zu fragen, um die Beerdigung meiner Mutter zu bezahlen. Selbst wenn kein Geld bzw. Erbe da gewesen wäre und es genügend Freunde und Bekannte gab, die vermutlich gespendet hätten bzw. von sich aus sogar einfach Geld geschenkt haben, was mir persönlich missfiel, wäre mir das als Normalverdiener nicht in den Sinn gekommen so etwas zu tun. Das mögen viele Leute anders sehen, aber am Ende bleibt eine Beerdigung meiner Meinung nach optional und dafür nach bereits versteuertem Nettoeinkommen von Leuten zu fragen, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schauen müssen wie sie über die Runden kommen, wirkt deplatziert.


