Fast jeder Haushalt in Deutschland zahlt ihn – und fast niemand nennt ihn beim offiziellen Namen: den Rundfunkbeitrag, umgangssprachlich oft noch GEZ genannt. Doch was steckt eigentlich dahinter? Warum gibt es ihn, wer muss ihn zahlen und wofür wird das Geld verwendet?
Was bedeutet „GEZ“ überhaupt?
Die Abkürzung GEZ steht für „Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten“. Diese Organisation war bis 2013 für das Eintreiben der Rundfunkgebühren zuständig.
Seitdem gibt es die GEZ offiziell nicht mehr. Sie wurde umbenannt in den ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice. Der Begriff „GEZ“ wird jedoch weiterhin umgangssprachlich verwendet.
Was ist der Rundfunkbeitrag?
Der Rundfunkbeitrag ist eine monatliche Abgabe, mit der der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland finanziert wird.
Dazu gehören unter anderem:
- ARD
- ZDF
- Deutschlandradio
- die Landesrundfunkanstalten (WDR, NDR, MDR, etc.)
Höhe des Rundfunkbeitrags
Der Rundfunkbeitrag beträgt derzeit
18,36 Euro pro Monat und Wohnung
(Stand: 2025).
Wer muss den Rundfunkbeitrag zahlen?
Grundsätzlich gilt:
Jede Wohnung zahlt einen Rundfunkbeitrag – unabhängig davon,
ob Rundfunkgeräte vorhanden sind oder genutzt werden.
Das bedeutet:
- Kein Fernseher – trotzdem beitragspflichtig
- Kein Radio – trotzdem beitragspflichtig
- Kein Internet – trotzdem beitragspflichtig
Entscheidend ist nicht die Nutzung, sondern allein das Bestehen einer Wohnung.
Sonderfälle
- Wohngemeinschaften: nur ein Beitrag pro Wohnung
- Zweitwohnungen: unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei
- Unternehmen: Beitrag abhängig von Betriebsstätten, Fahrzeugen und Mitarbeitern
Warum wurde das System geändert?
Bis 2012 wurde eine geräteabhängige Rundfunkgebühr erhoben. Mit der Verbreitung von Smartphones, Laptops und Internetangeboten galt dieses Modell als nicht mehr praktikabel. Seit 2013 gilt daher das heutige Haushaltsmodell, bei dem jede Wohnung unabhängig von Geräten beitragspflichtig ist.
Ist der Rundfunkbeitrag eine Steuer?
Offiziell ist der Rundfunkbeitrag keine Steuer, sondern ein zweckgebundener Beitrag zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Diese Einordnung wurde durch mehrere Gerichte bestätigt, unter anderem durch das Bundesverfassungsgericht. Kritiker sehen darin dennoch faktisch eine Zwangsabgabe, da keine individuelle Gegenleistung erforderlich ist.
Wofür wird das Geld verwendet?
Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag finanzieren unter anderem:
- Nachrichten und Informationsangebote
- Bildungs- und Kulturprogramme
- Unterhaltung und Sportübertragungen
- Mediatheken und Archive
- Technik, Verwaltung und Pensionen
Der Beitragsservice selbst produziert keine Inhalte, sondern ist ausschließlich für den Einzug der Beiträge zuständig.
Kann man sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen?
Eine Befreiung oder Ermäßigung ist nur in bestimmten Fällen möglich, zum Beispiel bei:
- Bezug von Sozialleistungen (z. B. Bürgergeld, Sozialhilfe, BAföG)
- bestimmten Schwerbehinderungen
- Pflegebedürftigkeit
Eine Befreiung allein wegen Nichtnutzung ist nicht vorgesehen.
Warum ist der Rundfunkbeitrag umstritten?
Der Rundfunkbeitrag sorgt seit Jahren für Diskussionen. Kritiker bemängeln unter anderem die Höhe des Beitrags, die Pflicht zur Zahlung und mangelnde Transparenz. Befürworter sehen darin die Grundlage für unabhängigen Journalismus und Medienvielfalt.
Fazit
Die sogenannte GEZ ist heute der Rundfunkbeitrag – eine verpflichtende Abgabe pro Wohnung zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ob man ihn für sinnvoll oder ungerecht hält: Zahlen müssen ihn nahezu alle Haushalte in Deutschland.
